Die Aufwertung der Regionen über den Dreh hinaus.

Die Aufnahme von Filmproduktionen stellt für die Regionen eine bedeutende Chance dar, sowohl in wirtschaftlicher als auch in kultureller Hinsicht. Die Aufwertung eines Territoriums endet jedoch nicht mit dem Abschluss der Dreharbeiten. Sie kann und sollte weit über den Dreh hinaus fortgesetzt werden, insbesondere im Rahmen der Promotion der Filme und ihres Kinostarts. Filmpremieren stellen in diesem Zusammenhang einen strategischen Hebel dar, der bislang noch zu wenig genutzt wird.

Sichtbarkeit, die über die Zeit hinaus wirkt

Filmpremieren, ob auf nationaler oder internationaler Ebene – bieten eine aussergewöhnliche mediale Aufmerksamkeit. Sie sind ein privilegierter Moment, um die Rolle der Regionen bei der Entstehung eines Werkes hervorzuheben, nicht nur als Kulisse, sondern auch als aktive Partner der Produktion.

Die Region wird damit weit mehr als nur ein Drehort: Sie wird Teil der Filmgeschichte, der visuellen Identität und der öffentlichen Wahrnehmung des Films. Diese Sichtbarkeit wirkt langfristig, weit über die Drehphase hinaus, und trägt zur Steigerung der Attraktivität des Territoriums bei. Bei Veranstaltungen kann sich die Präsenz der Regionen auf unterschiedliche Weise manifestieren, insbesondere durch Goodie-Bags, die an Gäste, Journalist:innen und Partner verteilt werden. Diese bieten eine konkrete Gelegenheit, die regionale Identität, lokales Know-how und die Partner des Territoriums hervorzuheben.

Bei der Premiere von « Mein Freund Barry »wurden in Zusammenarbeit mit einer lokalen Bäckerei (Moreillon) Lebkuchen in Form von Hundepfoten hergestellt, wodurch eine direkte Verbindung zwischen dem Film, seiner Welt und der regionalen Wirtschaft geschaffen wurde. Die Region Belalp, die als Drehort diente, bot den Zuschauer:innen eine handwerklich hergestellte Salbe an, wodurch die territoriale Verankerung der Veranstaltung gestärkt und gleichzeitig ein Produkt aus ihrem Sortiment vorgestellt wurde.

Diese einfachen, aber gezielten Massnahmen ermöglichen es, ein einprägsames und authentisches Filmerlebnis zu schaffen und gleichzeitig lokale Akteur:innen aufzuwerten.

Der Film als filmische und wirtschaftliche Visitenkarte

Die Hervorhebung einer Region erfolgt auch durch die Nutzung des Trailers oder des Films selbst als Kommunikationsinstrument. Dabei geht es nicht nur um die Bewerbung touristischer Destinationen, sondern auch darum, das filmische Potenzial eines Territoriums sichtbar zu machen.

Ein international ausgestrahlter Film verschafft der Region weltweite Sichtbarkeit, stärkt ihre Attraktivität für weitere Produktionen und erzeugt einen direkten wirtschaftlichen Mehrwert durch Dreharbeiten (lokale Arbeitsplätze, Unterkunft, Gastronomie, technische Dienstleistungen). Das Kino wird so zu einem wirkungsvollen Instrument des Standortmarketings, das eine Region als kreativen und professionellen Partner auf internationaler Ebene positionieren kann. Darüber hinaus haben Regionen und ihre lokalen Partner ein grosses Interesse daran, die auf ihrem Gebiet gedrehten Filme als echte Kommunikationsmittel zu nutzen. Durch die Integration dieser Werke in ihre Marketingstrategien (digitale Kampagnen, Veranstaltungen, Werbematerialien oder Kooperationen mit lokalen Akteur) verlängern sie die Wirkung der Dreharbeiten und stärken ihr Image.

Diese Synergie zwischen Kino, territorialer Promotion und lokaler Wirtschaft schafft einen positiven Kreislauf: Der Film wertet die Region auf, die Region unterstützt den Film, und diese Zusammenarbeit kommt allen beteiligten Akteur:innen zugute. Für Film Commissions ist es daher von zentraler Bedeutung, solche Initiativen zu begleiten und zu fördern, um ein nachhaltiges und kohärentes Standortmarketing durch den Film zu entwickeln.

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